Paarberatung

Beziehungen

Kaum ein Lebensbereich wird so bedeutungsvoll für das Leben erlebt wie Beziehungen und Partnerschaften. Zwischenmenschliche Kommunikation und Wärme sind der Motor für unser Wohlbefinden. Schwierige und destruktive Beziehungen kosten viel Kraft.

 

Doch lasset Raum zwischen eurem Beieinandersein,

und lasset Wind und Himmel tanzen zwischen euch,

liebet einander, doch macht die Liebe nicht zur Fessel:

Schafft einander daraus ein webendes Meer

zwischen den Ufern eurer Seelen.

(Khalil Gibran)

 

Paarberatung

Was macht eine glückliche Partnerschaft aus?


Hand in Hand gehen, ohne den eigenen Weg zu verlieren,
einander annehmen, ohne sich selber aufzugeben,
in einem Meer aus Herzensnähe baden,
ohne darin zu versinken.
(Jochen Mariss)


Die meisten von uns sehnen sich nach einer verbindlichen Paarbeziehung. Das bedeutet Partner, die sich wechselseitig lieben, achten, fördern, wertschätzen, stärken, einander Freude bringen.

Das ist es was die Meisten sich wünschen. Sie auch? Und leben sie es? Wenn ja: Glückwunsch! Wenn nein, was hindert Sie daran?

Gibt es bei den Wünschen und Erwartungen gravierende Unterschiede zwischen Mann und Frau? Oder ist das Grundempfinden gleich?

Das hängt sicher immer auch von der Person, dem Paar und der Lebenssituation ab.
Dennoch, glauben Sie beispielsweise "Freiheit" in der Partnerschaft ist für Männer wichtiger als für Frauen? Wollen auch Männer Geborgenheit bei der Frau finden oder lieber der sein, der Geborgenheit gibt? Ist eine erfüllte Sexualität für Männer wichtiger? Und ist für Frauen Treue ausschlaggebender oder die Kommunikation in der Partnerschaft? Klischees?

Machen Sie am Besten Ihre Liste, für Sie ganz persönlich. Was ist Ihnen persönlich in einer Beziehung wichtig? Wenn Sie möchten, machen wir das auch in einer Sitzung gemeinsam. 

Es ist schwierig allgemiene Prioritäten zu beschreiben und in einer Beziehung bewegen sich stets Beide, und verändern sich wechselseitig. Frau und Mann bringen ihre eigenen, ganz persönlichen Erfahrungen mit. Oft geben sie die Verantwortung für ihr eigenes Glück beim Partner ab und hoffen sie oder er möge sie ewig glücklich machen.

Genau das funktioniert nicht, denn jeder ist für sich selbst verantwortlich.

Mich persönlich bereichern in einer Beziehung Liebe, intellektueller Austausch, wechselseitige Inspiration, ein ausgeglichenes Verhältnis von Nähe und Distanz, sowie Akzeptanz und Freude aneinander, spielerisch, auch im Sexuellen. Das ist im Alltag sicher nicht ständig, in allen Nuancen, perfekt umsetzbar.

Doch wir alle sind Menschen und vereinen in uns weibliche und männliche Anteile, die Jeder zuerst in sich selbst entwickeln sollte, egal ob Frau oder Mann.

C.G. Jung spricht in seiner Typenlehre von der inneren Frau, die in jedem Mann lebt und umgekehrt vom inneren Mann, der in jeder Frau lebt. Männliche und weibliche Kräfte sind in der Natur immer in allem enthalten. Die Kunst ist es das Gleichgewicht zu finden. Erfüllte Beziehungen zum anderen Geschlecht entstehen, wenn wir bereit sind konstruktiv und verständnisvoll mit unseren jeweiligen gegengeschlechtlichen Anteilen umzugehen. Es gilt erworbene Frauen- und Männerbilder zu hinterfragen.

Wer beispielsweise die gefühlsbetonte Sichtweise als typisch weiblich betrachtet und demzufolge Intelligenz als hart, berechnend, männlich ablehnt, wird in einer Sackgasse landen. Und zwar besonders dann, wenn er diese Denkweise nach außen, in seine Beziehungen projiziert.

Empfehlenswert ist es beidem in seiner Persönlichkeit Raum zu geben. Betrachten Sie beides mit Verständnis und Liebe. So gehört gemeinsam weinen auch zu einer Beziehung!  Ebenso wie gemeinsam lachen. Das befreit ungemein!


Systemische Paarberatung

Mit meinen Kunden arbeite ich zum Thema Partnerschaft systemisch:

Der Begriff „systemisch“ lässt sich gut am Beispiel eines Mobile erklären: Das "gesunde" Mobile "kann" zwei ganz verschiende Dinge: Es kann Impulse aufnehmen und besitzt gleichzeitig die Fähigkeit Balancemomente zu finden. Erkranken kann es dabei auf zwei Arten: Entweder es bleibt starr und verweigert neue Impulse und damit lebendige Entwicklung. Oder es bleibt immer in Bewegung, im Sinne eines perpetuum mobile, und lässt keine Ruhephasen zu. Dann bewegt es sich im verrückten Bereich.

Aufgabe des Coaches, als Mediator und Vermittler, ist es, Erstarrtem zu Bewegung zu verhelfen und dem verrückten, aus dem Lot geratenen System Ruhe zu ermöglichen. Meine Aufgabe sehe ich darin, Ihr System zu unterstützen, eigene Lösungen zu entwickeln.

Systemisch ist die Sichtweise, dass die Wirkung der in das System hineingegebenen Impulse wie bei einem Spinnennetz funktioniert: unabhängig davon, an welchem Faden man zu "zupfen" beginnt, ist die Bewegung an jedem einzelnen Punkt des Netzes spürbar.

Verändert sich ein Teil des Systems, so hat das Auswirkungen auf das gesamte System. Das gilt für jedes System: Das ICH als individuelle Mischung aus Körper, Verstand, Emotion, Psyche, ...und das WIR als Paar, Familie, Unternehmen, Gesellschaft.

 

Frei in Beziehung sein

Jeder von uns sucht nach einer Antwort darauf, wie sich die scheinbar gegenseitig ausschließenden tiefsten Sehnsüchte verbinden lassen, die Sehnsucht nach Intimität, Verschmelzung in einer Beziehung und gleichzeitig die Sehnsucht nach Autonomie, Freiheit und Unabhängigkeit.  

Ein Mensch, der voller Liebe und frei ist, ist das Schönste, was es auf der Welt gibt. Wenn sich zwei Menschen von solcher Schönheit treffen, so ist es keine Beziehung, sondern ein Sich-Beziehen, ein ständig fließender Strom.


Schmetterlinge im Bauch und Freitheitsverlust im Beziehungsvertrag 

Wenn wir uns verlieben, verbinden wir uns mit dem Anderen über zwei sehr unterschiedliche Dynamiken: einerseits verlieben wir uns in die Persönlichkeitsaspekte des Partners, die wir auch in uns tragen. Wir sind fasziniert, wie schnell und tief wir uns mühelos wechselseitig erkennen, wie sich unsere Bilder über das Leben gleichen: Harmonie! Andererseits verlieben wir uns in die Seiten des Partners, die er schon weiter entwickelt hat als wir selbst. Daraus entstehen, oft ohne dass uns das bewusst ist, gegenseitige "Arbeitsaufträge" oder auch Zuständigkeiten. Und wenn wir Glück haben, eine wunderbare Phase der Verliebtheit und der positiven Bindung. Wir erleben das Leben im Kontakt mit dem Partner reicher als ohne ihn.

Und dann? Dann versuchen wir das Schöne für immer zu halten...wir beginnen mit Auflagen, Kontrolle, Festschreiben des Schönen...doch Zwang schränkt die Freiheit ein...wahre Liebe lässt frei...frei wie die Schmetterlinge... 

 

"Der Egoismus - ich brauche den anderen für mich, für mein Glück - 

ist die Kraft des Eros;

die Erkenntnis, ich werde nur glücklich durch das Glück des anderen,

ist die Weisheit des Eros."

(Helmut Gollwitzer, evangelischer Theologe)


Was ist Liebe, was ist Partnerschaft, was ist Intimität, was ist Sexualität, was ist Freiheit?

Oft übersehen wir, dass die Bilder über das Leben sich nicht (ganz) gleichen: jeder versteht unter für das Leben und insbesondere für die Partnerschaft wichtigen Begriffen etwas anderes. Damit beginnt die Wachstumsphase der Beziehung. Sind wir bereit, immer wieder neugierig auf das Gegenüber zu sein, uns mit ihm auseinanderzusetzen, uns wechselseitig zu fragen: "Was ist für Dich momentan wesentlich? Was verstehst Du unter Liebe, Sexualität, Intimität, Freiheit...?" Wir beginnen vom anderen zu lernen und selbst mehr zu werden, als wir vor der Begegnung mit ihm waren.

 

In Sachen Sexualität verwechseln viele das Stimmen der Instrumente mit dem Konzert.

(Henry Miller)

 

Auf dem Yoga Weg bedeutet Kama Liebestrieb oder erotische Liebe. Kama bedeutet aber nicht Ausleben der Lust als pures Vergnügen oder egoistisch die Erfüllung der eigenen Wünsche. Nein, Kama meint die Verschmelzung. Sie löst die Dualität der äußeren Welt auf und vermittelt die tiefgreifende Verbundenheit allen Seins. Sexualität ist nur ein möglicher Ausdruck dafür. Ein sehr schöner und erfüllender, wenn er in Achtsamkeit gelebt wird.


Wachstum des Einzelnen durch die Beziehung

Die Gnade des Mannes ist die Frau, die ihn zurückweist; die Gnade der Frau ist der Mann, der nicht für sie da ist.

Der Partner berührt mit seinem uns verletzenden Verhalten immer alte Schmerzen. Er löst sie lediglich aus, "schickt" uns quasi in alte, in unserer Biographie entwickelte psychische, neurotische Lösungsmuster, die in unserem Erwachsenenleben nicht mehr funktionieren, zumindest nicht in einer erfüllenden Partnerschaft. Lernen wir, das uns verletzende Verhalten des Partners als "Entwicklungsauftrag" umzudeuten und in unserem Sinne zu nutzen, sind wir auf dem Weg des Wachstums.

Oft finden Paare den Weg zur Beratung erst spät

Es lassen sich dennoch oft neue Brücken in der Beziehung finden und entwickeln. Auch alte Brücken sind reaktivierbar. Ich arbeite bewusst ressourcenorientiert. Die „Probleme“, besser Lernaufträge, sind ja bekannt. Mit welchen Ressourcen kann ich sie bearbeiten? Ich bitte Paare, sich zu erinnern: "Wie haben Sie sich kennengelernnt?", "Erinnern Sie sich an Ihre Empfindungen von damals?", „Denken Sie einmal kurz an den ersten "Moment" Ihrer Partnerschaft!“

Sie lächeln? Es strömen gute Gefühle? Der verspannte, enge, blockierte Körper lockert sich? Es bewegt sich was?

Sehen Sie, es ist wie beim Mobilé: Aus der Starre in die Bewegung.

Alle Themen sind in der beratenden Situation erlaubt, da sie alle für eine reiche Partnerschaft bedeutsam werden können: Macht, Ohnmacht, Umgang mit Kindern, Partnerschaft, Familiensituation, Patchworkfamilien, Sexualität, ...

Ich glaube an Beziehungen und ihre heilende Wirkung. Wir sind alle hier um aneinander und voneinander zu lernen. Ich bin überzeugt, dass die Auseinandersetzung sich lohnt, zu Beginn der Beziehung ebenso wie mitten drin oder am scheinbaren Ende.

Sie bestimmen, wohin Ihre Reise gehen soll.

Was sich Klienten wünschen für ihre Paarbeziehung, ist meist, es solle wieder so sein wie am Anfang. Das bedeutet verliebt sein, Schmetterlinge im Bauch, sexuelle Aufregung, starke Anziehungskraft – ein Gefühl großer Lebendigkeit.

Wie gelingt es, einem Menschen, den man zehn, 15 oder viel mehr Jahre kennt, so zu begegnen als hätte man ihn gerade erst kennen gelernt?
 

Entweder muss ich dafür alles verdrängen, was ich an Erfahrungen mit dieser Person gesammelt habe, oder ich muss davon ausgehen, dass dieser Mensch – obwohl ich ihn so lange kenne – immer noch ein Fremder ist, ein Anderer, den ich noch gründlicher kennen lernen kann.   

Wie wichtig es ist, diese achtsame Haltung immer zu kultivieren zeigt der folgende Beitrag: